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Ehemalige Kapelle St. JULIEN/ Bas Pouldu
Das Anwesen St. JULIEN wurde anfangs als Priorat der „Hospitaliers von St. Jean de Jérusalem= Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes von Jerusalem (1099 gegründet und 1113 vom Papst bestätigt)“ erbaut. Diese Mönchssoldaten hatten sich u.a. an der Mündung der Laita in Bas Pouldu niedergelassen. Sie sicherten das Übersetzen über den Fluss Laita und sorgten für die Beherbergung und den Transport der Pilgern zur Iles aux Moines im Golf von Morbihan. Von dort aus wurden die Pilger auf ein größeres Schiff in Richtung St. Jacques de Compostelle gebracht.
St. JULIEN in CLOETGAL wird in einer Charta von 1160 erwähnt und wurde zu der Zeit von den „Hospitaliers von MOELEN und CLOETGAL“ gehalten.
St JULIEN gehörte später als Kapelle zum Vermögen der Kirchengemeinde. Als es nach der Französischen Revolution dann im Jahr 1800 als staatliches Gut verkauft wurde, erwarb es Joseph HELLIOU, um es der Kirchengemeinde zurück zu geben. Seine Familie entschied es jedoch anders und so ging es in privaten Besitz über.
Im ersten Kataster der Gemeinde CLOHARS 1823 (damals noch COETGAL) wird das Anwesen unter dem Namen „AN HOSPITAL“ erwähnt, was „Haus der Gastlichkeit“ in der bretonischen Sprache bedeutet, aber auch an den alten Orden erinnern mag.
1835 kam St JULIEN in Besitz der Familie PORTIER. 1846 bekam es Pierre GOULVEN – Fährmann und Wirt, der mit einer Tochter der Familie PORTIER verheiratet war. Er baute es als Wohnhaus um und das Gebäude wurde als Teil der Auberge du Bas Pouldu benutzt. Bei den Umbauarbeiten fand man den Sarkophag einer jungen Römerin, die mit einer Münze von Konstantin dem Grossen (Regierungszeit 306 bis 337) beerdigt wurde. Der Sarkophag befindet sich heute im Museum von Quimper.
Zahlreiche berühmte Persönlichkeiten verweilten hier im Laufe der Jahre, besonders Maler: SEGUIN, GAUGUIN (1894). Im August 1893 ließ sich Georges CLAIRIN hier nieder und lud seine Freundin Sarah BERNHARDT ein, ihn zu besuchen.Das Anwesen wurde 1910 von der Familie verkauft.
1939 kaufte es dann M. CHAPENTIER, um seiner kranken Frau einen klimatisch idealen Genesungsort zu bieten.
1952 entdeckte man eine Unmenge von leeren Muscheln –vor allem „Berniques“. Der Besitzer M. BRUNERIE ließ das Loch durch eine Zementdecke schließen. Es könnte sich um ein KJOKKEN-MODDING (Küchenscherben) aus der Jungsteinzeit handeln.
Ob auch die Wikinger in St. JULIEN ein Gastspiel gaben, ist noch nicht erwiesen. Jedenfalls fand man bei Bauarbeiten nach dem 2. Weltkrieg Gebeine von sehr großen Personen, was für die Gegend eher untypisch ist.
Die jetzigen Eigentümer kauften das Haus in den 90er Jahre und bauten es um, um es wohnlicher und komfortabler zu machen, wobei sie Wert darauf legten, den einzigartigen Charakter zu bewahren, das dem Haus durch seine Geschichte und seine Lage verliehen wird.
Reste der alten Kapelle St. Julien sind so heute noch im Gebäude integriert zu sehen.
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